Sardinien 2026

Dienstag, 28. April 2026, Wien – Krumbach, 102 km

Gegen 19:30 verlassen wir Wien und erreichen ohne Verkehrsbehinderungen um 20:45 den Stellplatz in Krumbach.

Mittwoch, 29. April 2026, Krumbach – Sabbioneta, 707 km

Wir fahren – in Kärnten bei regnerischen 9°C – bis Sommacampagna auf der Autobahn und dann weiter auf Landstraßen nach Sabbioneta. Gegen 18:45 Uhr und 22°C parken wir uns dort auf dem Park-/Stellplatz bei der Stadtmauer ein. Dann unternehmen wir noch einen kurzen Stadtrundgang und holen uns Pizzen zum Abendessen im Camper.

Sabbioneta ist eine kleine italienische Renaissancestadt mit knapp über 4000 Einwohnern in der Poebene zwischen Parma und Mantua in der Lombardei. 1554 ließ Vespasiano Gonzaga, Herzog von Sabbioneta, die ererbte Stadt und Burganlage zu einer Fürstenresidenz ausbauen. Bis 1571 wurde Sabbioneta als Idealstadt errichtet und bildete damit die erste autonome Stadtgründung der Renaissance. Die Stadt war sowohl als militärisches Bollwerk als auch als humanistisches Zentrum konzipiert. 2008 wurden die Stadt von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die vollständig restaurierte Stadtmauer ist in Form eines unregelmäßigen Sechsecks mit sternförmig vorspringenden Bastionen angelegt. Zwei Stadttore erschließen die Stadt: die Porta Vittoria und die Porta Imperiale. Zwei zusätzliche Zufahrtsstraßen wurden um 1900 angelegt. Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten liegen auf sehr engem Raum beisammen.

Donnerstag, 30. April 2026, Sabbioneta

In der Nacht hat es zwar mal kurz geregnet, aber am Morgen scheint wieder die Sonne und es wird ein wunderbarer Tag.

Nach dem Frühstück gehen wir zum Palazzo Giardino, wo wir das Ticket für die eintrittspflichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt erhalten. Der Palazzo Giardino war die Privatvilla des Vespasiano mit einem eher schlichten Äußeren. Im Inneren hingegen befinden sich 15 prächtig ausgemalte Räume mit Fresken mit mythologischen und historisierenden Szenen. Von hier kommt man auch zur Galerie der Antiken Kunst (Galleria degli Antichi) mit 18 Büsten und 32 Marmorstatuen. Diese ist mit 96 Metern Länge eine der längsten Renaissancegalerien und gehört zu den größten Sammlungen ihrer Art auf italienischem Boden. Danach gehen wir weiter zum Teatro Olimpico. Das Theater wurde zwischen 1588 und 1590 von Vincenzo Scamozzi nach dem Vorbild des Teatro Olimpico in Vicenza erbaut. Es ist das erste freistehende Theater Europas, das eigens für diesen Zweck erbaut wurde. Im Innern befindet sich eine Galerie mit korinthischen Säulen, die ein Gesims tragen, auf dem sich griechische Götterfiguren befinden. Das fest installierte Bühnenbild ging im 18. Jahrhundert verloren und wurde vor einigen Jahren dem Original nachgebaut. Nächste Station unseres Stadtrundgangs ist die Chiesa dell’Incoronata. In der achteckigen Kirche befindet sich die Grabkammer Vespasiano Gonzagas sowie seine Bronzestatue.

Nach dem Mittagessen besichtigen wir zunächst die Kirche S. Maria Assunta. Sie wurde zwischen 1578 und 1582 erbaut. Glockenturm, Eingangsportal, Kapelle und Innendekoration stammen aus dem 18. Jahrhundert. Beeindruckend ist ihre grandiose Dekoration: roter und weißer Marmor, barocke Gemälde und Ornamente aus der Zeit nach dem Bau und ein Triumphzug von Fresken. Danach geht es zum Palazzo Ducale. Der Herzogspalast war der offizielle Amts- und Wohnsitz der Herzöge von Sabbioneta. Besonders erwähnenswert hier sind die kunstvoll geschnitzten Holzdecken und die drei lebensgroßen hölzernen Pferdestatuen mit Reiter, eine davon mit der Figur des Herzogs. Abschließend besichtigen wir noch Oratorio di San Rocco und die Synagoge. Die Nacht verbringen wir nochmals am Stellplatz von Sabbioneta.

Freitag, 1. Mai 2026, Sabbioneta – Levanto, 180 km

Wir verlassen Sabbioneta und fahren über den Po und dann die kurvenreiche Strecke über den Apennin und erreichen gegen 14:30 den Campingplatz „Cinque Terre“ in Levanto, den wir unterwegs reservieren konnten. Die meisten Campingplätze sind an diesem verlängerten Wochenende schon ausgebucht. Auch dieser Platz war bei unserer Ankunft bereits voll.
Am späteren Nachmittag gehen wir in die Stadt. Vom Campingplatz bis ins Zentrum sind es ca. 20 Minuten. Wir gehen zum Strand, weiter zur Chiesa Sant‘ Andrea, einer gotischen Kirche mit einer schönen Streifenfassade und mehrfarbigen Säulenreihen im Innenraum und zum Castello di San Giorgio. Am Rückweg kehren wir in der Pizzeria Ristorante Mezzaluna mit regionaler Küche zum Abendessen ein. Als Vorspeise wählen wir Gattafin (Frittierte Ravioli gefüllt mit Mangold und Zwiebeln, typisch für Levanto), danach Torretta di filetti di orata alla ligure (Doradenfilets und Kartoffel, im Ofen gebacken mit Oliven, Kirschtomaten, Pinienkernen und Weißwein) bzw. Polpo alla piastra su crema di pomodorini gialli (gegrillter Oktopus mit gelber Kirschtomatencreme, Pinienkernen und Oliven). Es schmeckt hervorragend.

Samstag, 2. Mai 2026, Cinque Terre

Schon um 9:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Mole in Levanto, um das Ticket für die Schifffahrt zu den Dörfern der 5 Terre zu kaufen. Als Cinque Terre wird der etwa 15 km lange Küstenstreifen der italienischen Riviera nordwestlich von La Spezia bezeichnet. An diese Steilküste schmiegen sich fünf Dörfer mit ihren bunten Häusern: Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso. Monterosso liegt am Fuß eines breiten Tales flach am Meer. Der Ort ist durch eine Felsnase zweigeteilt in den neuen Ortsteile Fegina und die Altstadt Monterosso. Vernazza ist das schönste der 5 Dörfer. Zentrum des Ortes ist die kleine Hafenpiazza. Farbenprächtige Fassaden und Laubengänge säumen die kleine Piazza mit Hafenstrand. Corniglia liegt auf einem Felsvorsprung hoch über dem Meer und ist deshalb mit dem Schiff nicht erreichbar. Das Küstendorf Manarola erhebt sich über einen schroffen Felsvorsprung, die verschachtelten Häuser drängen dicht ans Wasser und stapeln sich spektakulär den Hang hinauf. Die Turmhäuser von Riomaggiore zwängen sich in eine enge Ufernische. Die zum Meer hin gelegenen Häuser haben auch einen Eingang auf der Rückseite, um bei starkem Wellengang einen Zugang zu ermöglichen. Eine breite Hauptgasse führt hinunter zur kleinen trichterförmigen Hafenbucht.
Früher waren diese Orte nur über das Meer bzw. Fußwege erreichbar. Erst der Bau der Eisenbahn Ende der 1870-er Jahre beendet die jahrhundertealte Isolation der Orte. 1997 wurde das Gebiet in das UNESCO-Kulturerbe aufgenommen und zählt heute zu einem touristischen Highlight. Man kann diese Gegend über Wanderwege, mit der Bahn oder dem Schiff erkunden. Mit unserem Tagesticket können wir die Dörfer vom Meer aus besuchen. Am Vormittag fahren wir mit dem Schiff entlang der Küste bis Porto Venere und umrunden noch eine kleine Inselgruppe vor der dortigen Küste. Am Rückweg legen wir dann kurze Aufenthalte in den Dörfern ein. In Riomaggiore steigen wir über zahlreiche, hohe Stufen steil empor zur Chiesa San Giovanni Batista aus dem 14. Jh. Die graue Fassade der gotischen Kirche schmückt eine weiße Fensterrose. Sehenswert im Inneren sind eine mit weißem Marmorreliefs verzierte Kanzel und das Kruzifix des genuesischen Holzschnitzers. In Manarola verweilen wir nur kurz da die Menschenschlange für Weiterfahrt mit dem nächsten Schiff schon fast bis zur Hafenpiazza reicht. In Vernazza steigen wir zum Castello Doria empor. Es befindet sich auf der gegenüberliegenden Felsspitze des Ortes und bietet einen herrlichen Rundumblick über Vernazza. Nach 18 h landen wir wieder in Levanto.

Sonntag, 3. Mai 2026, Cinque Terre

Heute erkunden wir die Cinque Terre per Zug. Die Preise sind je nach Jahreszeit und auch, ob Wochentag oder Wochenende unterschiedlich. Heute am Sonntag kostet eine Cinque Terre Card Treno Tageskarte € 35. Die Karte beinhaltet unbegrenzte Zugsfahrten und Nutzung der kostenpflichtigen Wanderwege. Außerdem hat man an den Bahnhöfen Wifi und auch die WCs darf man gratis benützen. Mit der Bahn geht es in 6 Minuten zum 1. Cinque Terre Dorf Monterosso. Der Bahnhof liegt im Ortsteil Fegina. Nach Besichtigung der Neptunstatue – die einst von Neptun gestützte Betonmuschel, die als Aussichtsplattform diente, wurde in den 1960er-Jahren von einer Sturmflut weggespült – besichtigen wir in Monterosso noch die romanisch-gotische Chiesa San Giovanni Battista. Ihr Kirchturm wurde von den Genuesern im 15. Jahrhundert als Wehrturm befestigt. Danach geht es über Steintreppen hinauf zu einem Tickethäuschen, wo der kostenpflichtige Teil der Strecke beginnt. Es geht weiter, über einen teilweise sehr schmalen Pfad Großteils mit Steinstufen ca. 2 km bergauf und dann hinunter nach Vernazza. Hier besichtigen wir die Chiesa Santa Margherita di Antiochia. Die schöne Kirche auf der Hafenpiazza aus dem 15. Jahrhundert erhielt wegen der beengten Platzverhältnisse einen unregelmäßigen Grundriss. Sie steht mit dem Rücken zur Piazza, sodass man neben der Apsis ins Innere gelangt. Dann geht es wieder mit dem Zug weiter nach Corniglia. Vom Bahnhof sind es beinahe 400 Stufen bis hinauf zum Dorf. Sehenswert ist die gotische Chiesa San Pietro mit einer schönen Fensterrose aus weißem Marmor. Das Innere ist barock gestaltet. Weiter geht es wieder mit dem Zug nach Manarola und von dort über die ca. 900 Meter lange Via dell’Amore nach Riomaggiore. Es handelt sich dabei um einen kostenpflichtigen und limitierten, flachen gepflasterten Weg direkt an den Klippen. Von Riomaggiore fahren wir weiter nach La Spezia. La Spezia ist eine Industriestadt, Marine- und Handelsstützpunkt. Das alte Stadtviertel Prione ist verkehrsberuhigt. Hier befinden sich Modegeschäfte, Buchhandlungen und andere diverse Shops, sowie gemütliche Straßenlokale. Die ehemaligen Kathedrale Chiesa Santa Maria Assunta aus dem 13. Jh. wurde im 15 Jh. neu erbaut und erhielt 1954 eine neue Fassade. Von kunstgeschichtlicher Bedeutung ist die farbige Terracottaskulptur „Marienkrönung“ von Andrea della Robbia. Die neue, moderne Kathedrale Cattedrale Christo Re, erbaut zwischen 1956 und 19754, befindet sich an der Piazza Europa. Auf der Rückfahrt legen wir noch einen Stopp in Manarola ein. Bekannt ist der Ort wegen der zur Weihnachtszeit größten beleuchteten Weihnachtskrippe am Hügel über dem Ort. Es ist gegen 18 Uhr und mittlerweile ist es im Dorf schon relativ ruhig geworden. Wir besichtigen noch die Chiesa San Lorenzo aus dem 14. Jh. mit benachbartem Glockenturm und lassen den Tag mit einem Glas des goldgelben Cinque-Terre-Weins ausklingen.

Montag, 4. Mai 2026, Levanto – Saranza, 57 km

Wir verlassen Levanto und die Cinque Terre und fahren weiter nach Sarzana am Ostufer des Magra-Flusses. Es ist äußerlich ein Verkehrsknotenpunkt, besitzt aber eine kleine, hübsche Altstadt mit schönen Bauten aus allen Jahrhunderten: Stadttore aus dem Mittelalter, Renaissancehäuser, klassizistische Prachtbauten. Im Rahmen eines Stadtrundgangs besichtigen wir die Cattesrale Santa Maria Assunta mit weißer Mamorfassade, einem gotischen Portal und filigranen Fensterrose. Innen erstrahlt alles in weißem Carara-Mamor: Altäre, Kanzel, Skulpturen. Dunkel hingegen wirkt die barocke, hölzerne Kassettendecke. In der linken Seitenkapelle befindet sich ein kostbares, bemaltes toskanisches Holzkreuz von Guglielmo aus dem 12. Jh.

Dienstag, 5. Mai 2026, Saranza – Livorno, 116 km

In der Nacht begann es wieder zu regnen und der Regen wurde immer stärker. Erst nach dem Frühstück bessert sich die Wetterlage. Wir fahren weiter über Carrara zu den Marmorsteinbrüchen von Colonnata und Fantiscritti. Zum Teil geht es durch einspurige, unbeleuchtete Tunnel. Auf der Straße rinnen die Regenbäche hinunter, von den Decken der Tunnels tropft es herunter.
In den Steinbrüchen werden die großen Quaderblöcke mittels Drahtseilen und mit Hilfe einer Mischung aus Sand und Wasser herausgeschnitten. An den Parkplätzen und auch am Straßenrand findet man Verkaufsstände, die Marmorfiguren und andere Marmorsouveniers anbieten. Auf einem weiteren Parkplatz finden wir eine Imbissstube mit Shop, die den bekannten, weißen Lardospeck verkaufen. Mittlerweise ist es auch sonnig geworden.
Über Massa, zunächst entlang des Strands und dann auf der SS1 neben der Autobahn fahren wir dann nach Livorno, wo wir am Stellplatz bei den Korsikafähren auf Susi und Andreas treffen. Gemeinsam unternehmen wir einen Stadtspaziergang und kehren im Ristorante La Vongola Ubriac ein. An dem sonnigen Platz am Kanal genießen wir livornische Spezialitäten: Paccheri cacciuccati bzw. Ravioli ricotta e spinaci con burro e salvia.

Mittwoch, 6. Mai 2026, Livorno – Porto Taverna, 20 km

In der Nacht hat es zeitweise wieder heftig geregnet/geschüttet und gewittert. Bereits um 7:00 Uhr fahren wir zum Fährhafen der Grimaldi Lines, wo wir auch frühstücken. Doch nach dem Frühstück lässt sich wieder die Sonne sehen. Um 10:00 Uhr sollte die Fähre ablegen, wir können jedoch erst nach den LKWs kurz vor 10:00 Uhr auf die Fähre fahren und erst um 11:00 Uhr legt sie ab. Um 19:00 Uhr kommen wir in Olbia an und fahren und steuern den Campingplatz Tavolara Camping Village in Porto Taverna, 13 km südlich von Olbia an.

Donnerstag, 07.05.2026, Porto Taverna – Buddusò, 124 km

Heute meint es das Wetter gut mit uns: es ist – trotz anderslautender Wettervorhersage – sonnig und angenehm warm. Bevor wir den Campingplatz verlassen gehen wir noch zum Strand von Porto Taverna mit Blick auf die Isola Tavolara mit ihrem markanten Kalksteinfelsen. Weiter geht es entlang der Küste nach Posada zum Spiagga di Su Tiriarzu. Hinter dem Strand liegen kleine naturgeschützte Lagunen und stehende Gewässer. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Stadt mit dem Castello della Fava. Dann geht es von Siniscola hinauf auf den Monte Albo. Der weiße Berg ist ein massiver grauweißer Kalkrücken mit über 1000 m Höhe. In Serpentinen geht die Straße bis auf 700 m Höhe. Von hier hat man einen Blick auf die Küste und die wunderschöne Gebirgslandschaft. Über Lula und Bitti fahren wir weiter – beiderseits der Straße schöne Korkeichenwälder – nach Budduso, wo wir auch die Nacht verbringen. Hier kommen wir zu unserer ersten Nuraghe, zur Nureghe Loelle
Nuraghen (Steinhaufen) sind die kegelförmigen Türme aus aufeinandergeschichteten Steinblöcken. Das innere war von der Außenwelt vollkommen abgeschirmt, nur ein schmaler Gang und Schießscharten führten durch die dicken Mauern nach außen. Laut Forschung waren sie Kulturstätten oder Militärbauten, aber Gewissheit über ihre Funktion besteht bis heute nicht. Es gibt mehr als 7000 Nuraghen. Wahrscheinlich mussten sich die Nuraghier voneinander selbst schützen. Die Insel bestand wohl aus 1000-en von Clans, die sich voneinander abgrenzten und ihre Ländereien bewachten. Die Rivalität Dorf gegen Dorf behinderte immer das Streben nach einer sardischen Einheit.

Freitag, 08.05.2026, Buddusò – Seulo, 172 km

In der Nacht hat es wieder geregnet, es ist bewölkt. Als erstes wollen wir zum Brunnenheiligtum Su Tempiesu. Das Navi führt uns in Orune durch engste Gassen im Kreis. Andreas reicht es und wir geben diese Ziel auf. Durch die Bergwelt der Barbagia fahren wir viele Kurven in das Banditendorf Orgosolo. So berichteten noch vor Jahrzehnten Medien, aber auch staatliche Stellen und Regierungsbeamte. Eigentlich war es verzweifelter Widerstand sardischer Hirten gegen die Übergriffe des italienischen Staates und die Ausbeutung der Großgrundbesitzer. Die zahlreichen Murales sind Zeugen der Unterdrückung der Bevölkerung.
Murales sind die, mit bunten, großformatigen Bildern bemalten Wände, deren Vorbild die einstige mexikanische Revolutionsmalerei der 1920-er Jahre ist. Sie setzen sich mit politischen und sozialkritischen Themen auseinander, beklagen die jahrhundertelange Ausbeutung Sardiniens oder beziehen zu internationalen Problematiken Stellung. In den letzten Jahren sind sie weniger politisch geworden und behandeln auch folkloristische Themen. Weiter geht es über die Barbagia und später die Bergwelt Gennaraentu, über Mamoiada, Gavoi, Ovodda, Tonara, Aritzo nach Seulo zu Helga´s Agricampeggio. Die kurvenreiche Strecke führt durch dichtbewaldetes Gebiet und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die an den Berghängen liegenden bunten Dörfer und den steil aufragenden Supramonte.

Samstag,9. Mai 2026, Seulo – Tortoli, 95 km

Heute teilen wir uns die Strecke wie auch schon gestern wieder mit Motorradfahrern: Über die Bergwelt Gennargentu fahren wir über Seui, Ussassai – hier finden wir wieder schöne Murales – über Gairo Vecchio – 1951 rutschte nach schweren Regenfällen ein Teil des Hanges ab und verwüstete den Ort, die Bewohner siedelten ab, übrig blieb eine „Geisterstadt“ – und über Lanusei nach Tortoli zum Campingplatz Cigno Bianco mit direktem Zugang zum Strand. Nach einem kurzem Strandspaziergang verbringen wir den Nachmittag beim Camper. Zeitweise tröpfelt es, teilweise lässt sich die Sonne blicken. Gegen 17:30 Uhr fahren wir mit den Fahrrädern ins ca. 8,5 km entfernte Arbatax zum Rocce Rosse, dem roten Felsen. Und hier lässt sich auch die Sonne blicken – so wirkt der Felsen noch interessanter. Am Abend beginnt es dann wirklich zu regnen, allerdings nur leicht.

Sonntag, 10. Mai 2026, Tortoli – Cucamonga, 38 km

Heute scheint bereitsb am Morgen die Sonne und es ist angenehm warm. Wir fahren weiter nach Süden, das erste Stück auf der Schnellstraße, dann entlang der malerischen Küste mit den roten Porphyrfelsen nach Coccorocci. Von dort unternehmen wir eine 7 km lange Wanderung zum Wasserfall und den Piscinas. Zunächst geht es über einen breiten Schotterweg, dann durch dichten Wald kommen wir nach 3 km zu den kleinen Wasserfällen und Badebecken, wo wir Mittagspause machen. Den gleichen Weg geht es wieder zurück. Nach der Wanderung fahren wir ein Stück zurück zur Area Camper Sosta Cucamonga und verbringen dort den Nachmittag am Strand.

Montag,11. Mai 2026, Cucamonga – Muravera/Torre Salinas, 148 km

Heute ist der erste herrliche Sommertag. Trotzdem verlassen wir Cucamonga und fahren wieder in die Berge. Zunächst zur Chiesa San Giovanni Battista bei Escalaplano. Dort nahe der Kapelle befindet sich ein Domus de Janas in einem großen Felsen. Domus de Janas (Feenhäuser) verdanken ihren poetischen Namen den unzähligen Legenden, die sich im Laufe der Jahrtausende um die Felskammergräber ranken. Es gibt sie in verschiedensten Formen und Größen, vom schlichten Einraumgrab bis zu ausgedehnten Grabsystemen. in der Regel waren es Gemeinschafts- bzw. Sippengräber. In der Nähe befindet sich auch eine Brunnenanlage, wo man auch Trinkwasser auffüllen kann. Danach fahren wir weiter zum Archäologischen Park „Pranu Muteddu“ westlich von Goni. Es ist eine der bedeutendsten frühchristlichen Anlagen Sardiniens. Neben einer Anzahl von Menhiren findet man hier zahlreiche Gräber unterschiedlichen Typs: Domus de Janas, Felskammer- und Kastengräber sowie Kreisgräber, die es nur hier gibt. Die Anlage wurde erst in den 1980-er Jahren entdeckt, als man einen Korkeichenhain angelegt hat. Schließlich fahren wir wieder zur Küste zum Campeggio Torre Salinas. Von hier fahren wir mit den Rädern um die nahe Lagune, in der sich unzählige Flamingos aufhalten.

Dienstag, 12. Mai 2026, Camping Village Torre Salinas

Heute legen wir einen Ruhetag ein. Wir verbringen ihn am Campingplatz bzw. an der Spiaggia (Strand) Torre Salinas.

Mittwoch, 13. Mai 2026, Camping Village Torre Salinas – Cagliari, 84 km

Gegen 10:00 Uhr verlassen wir den Campingplatz, fahren nach Cagliari und parken uns am Campercagliaripark ein. Obwohl unterwegs dunkle Regenwolken am Himmel zu sehen waren, ist es hier sonnig, aber stürmisch. Wir kommen zunächst an der Wallfahrtskirche Santuario di Bonaria vorbei. Es ist das wichtigste Heiligtum Sardiniens und besteht aus einem Klosterkomplex mit zwei Mauer an Mauer gebauten Kirchen. Zwei moderne Skulpturen vor der Kirche, eine Karavelle auf Meereswellen und die Jungfrau Bonaria erinnern an die Gründungslegende des Klosters: 1370 wurde am Fuß des Bonaria-Hügels eine Holzkiste angeschwemmt. Die Mönche bargen die Kiste und entdeckten darin eine Marienstatue, die kurz darauf Wunder zu wirken begann. Die Bonaria gilt heute als Beschützerin aller Seefahrer und Schutzpatronin Sardiniens. Den Hafen entlang und dann die Via Roma, ein Boulevard mit schönen klassizistischen Fassaden gehen wir weiter zum Palazzo Civico, dem einstigen Rathaus, aus weißem Marmor im neugotischen Stil erbaut. Wir gehen über das alte Hafenviertel hinauf zum Burgviertel. Über die Piazza Arsenale gehen wir wieder hinunter zur herrlichen Cattedrale Santa Maria. Die heutige Fassade, die im Lauf der Jahrhunderte immer wieder umgebaut wurde, stammt aus dem 20. Jh. Im barocken Innenraum findet man verschiedenfarbigen Marmor, Skulpturen, Kanzel und plastisch wirkende Deckengemälde. Am linken Ende des Querschiffes steht das Mausoleum, eine überdimensionale Marmorwand mit zahlreichen Skulpturen. Die Krypta – ebenfalls aus verschiedenfarbigem Marmor – ist mit einem Tonnengewölbe mit 600 unterschiedlichen Rosetten ausgestattet. Weiter geht es über die Terrazza Umberto I – aus weißem Kalkstein erbaut – über die Bastione di Saint Rèmy, eine breite Doppeltreppe aus Marmor, gekrönt von einem Triumphbogen zur Piazza Martiri. Über die Via Manno, die Piazza Menne kommen wir dann zum Corso Vittorio Emanuele II, wo sich ein Restaurant neben dem anderen befindet. In einem dieser Straßenlokale essen wir dann auch zu Abend.

Donnerstag, 14. Mai 2026, Cagliari – Chia – Spiaggia Su Giudeu, 64 km

Nach dem Frühstück besuchen wir noch den Markt auf der Piazza dei Centomila unterhalb der Basilika. Dann geht es weiter nach Pula. In einer Bucht neben der Strandstraße nach Pula beim Sarazenenturm machen wir Mittagspause. Sarazenentürme wurden unter der spanischen Herrschaft zwischen dem 14. und 16. Jh. als Wachtürme gegen Piratenüberfälle der nordafrikanischen Sarazenen errichtet. Danach fahren wir weiter nach Chia an die Spiagga Su Giudeu. Dort unternehmen wir einen ausgedehnten Strandspaziergang – es ist angenehm warm und das Meer ist warm genug, um darin zu waten. Am Strand bläst nur mäßiger Wind, aber am Meer ist er optimal für die Surfer. Den restliche Nachmittag verbringen wir beim Camper.

Freitag, 15. Mai 2026, Chia /Spiaggia Su Giudeu – Narcao, 59 km

Wieder durch die Berge fahren wir zur Tropfsteinhöhle Grotta Is Zudas am Fuße des Monte Meana. Sie ist 530 Mio Jahre alt und besteht aus mehreren Sälen, in denen konstant 16°C herrschen. Der Boden des ersten Saales ist aus einem Wasserstrom entstanden, der heute versteinert ist. Im Sala dell`Organo sieht man ein großes orgelähnliches Gebilde und weiße Kalkspitzen, die wie Zuckerwatte wirken. Im großen Salone del Teatro gibt es Stalagniten und Stalagtiten der unterschiedlichsten Formen. Höhepunkt der Führung ist die Sala delle Eccentriche mit Aragonitnadeln, hohlen Kalkröhren, die kreuz und quer in alle Richtungen wachsen und ganze Wände bedecken.
Danach fahren wir weiter zur Nekropole von Montessu, einer der eindrucksvollsten steinzeitlichen Gräberanlagen auf Sardinien. Über 40 Domus de Janas befinden sich in den Felswänden des hufeisenförmigen Talkessels. Schließlich fahren wir nach Nacao auf den Stellplatz Parco Monte Atzei, wo Susi und Andreas schon auf uns warten. Die Nekropole hat sie nicht interessiert.

Samstag, 16. Mai 2026, Narcao – San Nicolò, 123 km

Heute ist es sonnig, aber stürmisch. Unser erstes Ziel ist Porto Pino. Über eine schmale Landbrücke zwischen dem Stagno (Strandsee) di Maestrale und dem Stagno de is Brebeis kommen wir zu dem Ort mit endlos langem Sandstrand, der in einer Dünenlandschaft endet. Nach einem längeren Spaziergang am Sandstrand fahren wir weiter nach Porto Botte, wo sich geübte Surfer und Kiter so richtig wohlfühlen. Dort machen wir auch Mittagspause. Auf der Weiterfahrt kommen wir nach Portoscuso, einem netten kleinen Ort mit Fischerei- und Yachthafen. Dann fahren wir die Küste am Golfo die Gonnesa mit tollem Blick auf die heftige Brandung und Felsklippen und einem weiteren Surfer-Eldorado bei Nebida. Nochmals über eine Bergstraße erreichen wir dann unseren heutigen Stellplatz Area Sosta Camper San Nicolò mit Sonnenuntergangs-Blick auf das Meer.

Sonntag, 17. Mai 2026, San Nicolò – Baradili, 89 km

In der Nacht hat der Sturm nachgelassen. Wir fahren ca. 8 km weiter zum Wanderparkplatz. Dort wandern wir entlang dem Küstenwanderweg Capo Pecora – neben uns die tosende Brandung – zum Strand der Dinosaurier-Eier. Von dort gehen wir hinauf zur Hochebene mit großen Steinblöcken zwischen wild wuchernder Macchia und zurück zum Parkplatz. Für die 5,6 km benötigen wir 2,5 h, aufgrund zahlreicher Fotostopps. Nach dem Mittagessen im Camper fahren wir wieder einmal in die Berge, in die Marmilla mit ihren ungewöhnlichen Tafelbergen zur Area Camper Baradili (kostenlos, aber mit Strom, WC, Dusche (50 ct/3 min) und Ver- und Entsorgung!).

Montag, 18. Mai 2026, Baradili – Mari Ermi, 118 km

Heute geht´s hinauf auf den größten der Tafelberge der Marmilla, den Giara di Gesturi, zum Giara Park. Hier leben die Cavallini della Giara, Wildpferde, die etwa 120 m hoch werden (Rückenhöhe). Bereits kurz nach Beginn unserer Wanderung treffen wir auf die ersten Pferde. Wir wandern weiter zum Pauli Majori und weiter zu einem kleineren Pauli, wo wir kurz danach eine weitere Wildpferd-Herde sehen. Paulis sind flache Seen, die im Sommer fast komplett austrocknen. Dann geht es weiter nach Oristano und von dort auf die Halbinsel Sinis, wo wir den Agricampeggio Serrano Montenuras ansteuern. Hier befinden wir uns direkt am Reiskornstrand. Nach einem Strandspaziergang grillen wir wieder. Leider verdecken Wolken den Sonnenuntergang.

Dienstag, 19. Mai 2026, Mari Ermi – Sennariolo / La Rosa die Venti, 84 km

Nach einem nochmaligen kurzen Strandspaziergang fahren wir nach Putzu Idu zum Capo Mannu. Dies ist eine felsige Landzunge mit einer Ruine eines Sarazenenturms. Ein Stück weiter kommen wir nach S’Archittu und wandern dort zum gleichnamigen Steinbogen mit einem Loch in der felsigen Landzunge. Nächstes Ziel ist die Bergruine Casteddu Etzu auf einem Felsenhügel. Von hier oben hat man einen großartigen Blick auf Cuglieri und die umliegenden Berge. Am Rückweg halten wir in Cuglieri und besichtigen die Basilica di Santa Maria della Neve mit einer großen Kuppel und zwei Glockentürmen am höchsten Punkt der Stadt. Die Kirche der Schneemadonna ist innen prunkvoll ausgestattet mit reich geschmückten Marmoraltären. Im Wohnmobil-Tourguide finden wir einen entlegenen Stellplatz bei Sennariolo. Von dort führt eine einspurige Sackgasse zum 5 km entfernten Ristorante La Rosa die Venti. Bei Restaurantbesuch ist der Stellplatz kostenlos. Vom Stellplatz haben freien Blick auf das Meer.

Mittwoch, 20. Mai 2026, Sennariolo / La Rosa die Venti – Bosa / Area Attrezzata Camper S’Abba Druche, 31 km

Heute ist der erste wirkliche Sommertag. Als Erstes geht es nach Tinnura, einem kleinen Dorf mit vielen kunstvollen Murales. Sie zeigen vor allem historische Szenen aus Landwirtschaft und dem Dorfleben. Sehr schön ist auch der Brunnen mit 12 Wasserspeiern in Gestalt der Tierkreiszeichen. Anschließend fahren wir nach Bosa, einer malerischen kleinen Stadt mit bunten Häusern am Hang hinauf zum Castello, einer Ruine einer genuesischen Festung.
Hier essen wir dann an der Uferpromenade des Temo zu Mittag. Die Restaurants befinden sich in Häusern der ehemaligen Gerbereigebäuden. Anschließend unternehmen wir einen Stadtspaziergang. Zunächst gehen wir über die dreibogige alt Steinbrücke zur Cattedrale dell’Immacolata mit barocker und klassizistischer Ausstattung und schönen Deckengemälden. Über enge Gassen gehen wir hinauf zum Castello di Serravalle und wieder hinab zur Piazza Costituzione mit Cafés und Restaurants, über den Corso Vittorio Emanuele II, zur Chiesa del Rosario mit einer riesigen altmodischen Uhr. und über die Fußgängerbrücke zurück zum Camper. Schließlich fahren wir zur am Meer liegenden Area Attrezzata Camper S’Abba Druche. Hier gehen wir baden, das Meer ist angenehm temperiert!

Donnerstag, 21. Mai 2026, La Rosa die Venti – Capo Marrargiu, 142 km

Heute ist der zweite Sommertag seit wir auf Sardinien sind, mit knapp unter 30°C und windig – wie wir es eigentlich erwartet hätten. Über Hügel und durch Täler fahren wir zur Hochebene bei Torralba. Hier im Valle de Nuraghi befinden sich etwa 30 Nuraghen. Wir besuchen die Nuraghe Santu Antine. Mit einer Höhe von 17 m ist sie die höchste und eine der bekanntesten Nuraghen der Insel und man kann sie ohne Führung besichtigen. Der Hauptturm ist von drei Ecktürmen umgeben. Enge Gänge verbinden die Türme und einen Hof. Im Hof befindet sich ein Brunnenschacht, der wichtig war, um einer Belagerung standhalten zu können. Über schmale Steintreppen kommt man in die zwei Obergeschoße. Um die Nuraghe herum wurden mehrere Hütten freigelegt, die leider wegen Restaurationsarbeiten nicht besichtigt werden konnten. Danach fahren wir zur Klosterkirche San Pietro di Sorres in pisanischem Baustil. Die Fassade ist reich verziert, die Bögen der Blendarkaden besitzen farbige Einlegearbeiten. Der Innenraum mit dunklem Kreuzrippengewölbe wird von schwarz-weiß gestreiften Säulen und Bögen getragen. Beachtlich ist auch die gotische Kanzel auf vier Säulen. Schließlich fahren wir – wi8eder über Bosa – die Küstenstraße SP49 nach Norden zu einem Parkplatz für Gänsegeierbeobachtung. Kurz vor Erreichen des Parkplatzes fliegt ein Gänsegeier knapp über uns. Am Beobachtungsplatz sehen wir Geier, allerdings nur in größerer Entfernung, über den Bergrücken kreisen.

Freitag, 22. Mai 2026, Capo Marrargiu – Badesi, 147 km

Wir stehen heute bereits vor 7 h auf, um noch Geier beobachten zu können. Einen sehen wir hoch am Himmel. Nach dem Frühstück fahren wir die P49 Richtung Alghero. Auf einer Parkbucht bleiben wir stehen, nachdem wir während der Fahrt Geier gesehen haben. Plötzlich sehen wir über uns eine große Schar der Gänsegeier über uns kreisen! In Alghero parken wir uns am Hafen ein und besichtigen das z.T. mit dicken Mauern und Bastionen begrenzte Centro storico mit seinen engen Gassen. Sehenswert ist vor allem die Cattedrale dell’Immacolata Concezione, die Hauptkirche Algheros. Der Innenraum mit hohen Trachytsäulen und dem Marmoraltar ist beeindruckend. Die barocke Jesuitenkirche Chiesa San Michele ist innen weniger interessant, hat jedoch eine schlichte Fassade und eine farbenprächtige Majolikakuppel. Wir fahren weiter über Sassari zu einer der schönsten Kirchen Sardiniens, zur Santissima Trinità die Saccargia im pisanisch-toskanischen Stil, aus schwarzem Basalt und hellem Kalkstein erbaut. Die Fassade über der Vorhalle ist mit Blendbögen mit bunten Majolikascheiben verziert. Im Innenraum mit Holzbalkendecke beeindruckt die Apsis mit Fresken mit Christus als „Pantokrator“, darunter den 12 Aposteln und Szenen aus dem Leben Christi. Danach fahren wir weiter nach Badesi auf den Campingplatz Baja Paradiso. Der Platz ist heute den ersten Tag geöffnet, aber es wird noch an vielen Stellen für den Saisonbeginn gearbeitet. Die Stellplätze sind z.T. sehr sandig und gefallen uns nicht besonders, obwohl wir schattig im Pinienwald stehen. Das Abendessen im Restaurant am Campingpatz war sehr gut.

Samstag, 23. Mai 2026, Badesi – Vignola Mare, 34 km

Eigentlich wollten wir zumindest zwei Tage auf diesem Campingplatz bleiben. Da er aber nicht ganz unseren Vorstellungen entsprochen hat, suchen wir einen anderen Platz in Strandnähe und finden in Vignola Mare den schön angelegten Stellplatz Oasi Gallura mit Wiesenplätzen unter Eukalyptusbäumen. Eigentlich erkennen wir nicht viel Unterschied zu einem Campingplatz. Nur ist er wesentlich günstiger als die benachbarten Campingplätze Hier wollen wir die Pfingstfeiertage verbringen. Am späteren Nachmittag machen wir einen Strandspaziergang und gehen auch im Meer schwimmen. Das Meer ist gar nicht mehr so kühl. Am Abend grillen wir wieder einmal.

Sonntag, 24. Mai 2026, Vignola Mare

Am Vormittag unternehmen wir wieder einen Strandspaziergang. Heute sind mehr Surfer im Meer, der Wind ist stärker als gestern, das Meer ein wenig kühler und die Wellen sind größer. Abendessen im Ristorante Pizzeria „By Maury“ mit Pizza Parma und Calamari arrosto. Danach sehen wir zu, wie die Sonne hinter der Bucht untergeht.

Montag, 25. Mai 2026, Vignola Mare

Heute ähnlicher Tagesablauf wie gestern: Vormittag Strand, Mittagessen beim Camper, am späteren Nachmittag wieder am Strand, Abendessen wieder im Ristorante Pizzeria „By Maury“, diesmal mit Pizza Trevisana und Calamari fritti.

Dienstag, 26. Mai 2026, Vignola Mare

Wir haben uns entschlossen, noch einen weiteren Tag am Stellplatz Oasi Gallura zu verbringen. Heute Vormittag unternehmen wir eine Strandwanderung zum Torre Vignola. Am Rückweg gehen wir in der kleinen Bucht schwimmen. Das Wasser ist hier wärmer als am Strand vor dem Campingplatz. Mittagessen beim Camper. Am Abend wollten wir nochmals Calamari bei unserem Ristorante speisen – hatte aber leider geschlossen. So gab es das Abendessen wieder beim Camper.


Mittwoch, 27. Mai 2026, Vignola Mare – Olbia, 129 km

Heute ist ein richtig heißer Tag, über 30°C – Glücklicherweise weht der Wind! Am Golfo di Arzachena fahren wir entlang der Küste nach Palau zum Fortezza Monte Altura. Die Festung, erbaut Ende des 19. Jh. ist in den Felsen gebaut, sodass sie vom Meer aus nicht zu entdecken ist. Die Militärfestung ist nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Von hier aus und weiter entlang der Küste hat man einen schönen Blick auf das vorgelagerte Maddalena-Archipel. Hier zwischen den Inseln sind zahlreiche Segelyachten unterwegs. Rund um Palau sieht man von Wind und Wellen ausgehölte Granitfelsen in allen Formen und Größen. 5 km östlich von Palau am Capo d’Orso befindet sich der Bärenfelsen Roccia dell’Orso, einen bizarren erodierten Felsen, in Form eines Bären, zu dem man in 10 Minuten hinaufsteigen kann. Schließlich fahren wir weiter, zunächst noch entlang der Küste, dann im Landesinneren, nach Olbia zu einem Parkplatz beim Fährhafen. Am Abend gehen wir in die Altstadt, zuerst ins Ristorante Pizzeria Su Lionzo auf eine hauchdünne Pizza und dann bummeln wir den Corso Umberto entlang – ein schöner Abschluss unseres Sardinienaufenthaltes. Nach ca. 1700 km Fahrt sind wir immer noch von der verschiedenartigen Bergwelt Sardiniens fasziniert.

Donnerstag, 28. Mai 2026, Olbia – Pisa, 45 km

Wir fahren zum Fährhafen, checken ein und frühstücken dann während wir darauf warten, auf die Fähre zu fahren. Bis 10:50 h fahren die Camper, PKWs und Container auf die Fähre, um 11 h legen wir mit halbstündiger Verspätung ab. Heute ist es auf Deck 11 schön sonnig. Kurz vor Livorno war es dann bewölkt. Gegen 20:00 Uhr kamen wir in Livorna an, verließen die Fähre kurz vor 20:30 und fuhren weiter auf einen Stellplatz in Pisa.

Freitag, 29. Mai 2026, Pisa

Heute steht die Besichtigung von Pisa am Programm. Zu Fuß gehen wir vorbei an der Santa Caterina – einer Kirche mit typischen Pisaner Fassade und dem kostbaren Gemälde „Triumph des Thomas“, Francesco Traini und Lippo Memmi zugeschrieben – zum Campo dei Miracoli. Der Platz wimmelt von Menschen. Wir nehmen uns die Pisa-Card für die fünf Sehenswürdigkeiten am Platz. Als erstes besuchen wir das Baptisterium von Nicola und Giovanni Pisano, dessen Rundbau sich architektonisch dem gegenüberliegenden Dom anpasst. Über einer Reihe von Blindbögen im Erdgeschoß umläuft eine Loggia mit Spitzbogen. Auf der Kuppel befindet sich die Bronzestatue Johannes des Täufers. Im Innenraum gliedert ein Säulenkreis einen Umgang an den Wänden, darüber befindet sich eine Empore. In der Mitte befindet sich das große Taufbecken. An der linken Seite steht die berühmte Kanzel von Nicola Pisano, die von sieben Säulen getragen wird. Danach gehen wir zum Campanile, den schiefen Turm von Pisa. Für uns überraschend kann er wieder bestiegen werden, man benötigt jedoch einen Timeslot. Er wurde von 1990-2001 um 44 cm aufwendig aufgerichtet, neigt sich aber immer noch um 1 mm/Jahr. Die augenblickliche Neigung beträgt 4,265 m. Wir besichtigen anschließend den Duomo, da gerade nur wenige Leute angestellt sind. Der Dom ist außen mit kostbarem mehrfarbigem Marmor verkleidet. Der untere Teil der Fassade ist mit Blindbögen versehen. In den Bogenfeldern der Portale befinden sich Mosaiken aus 15. Jh. Die Bronzetüren stammen aus dem 16. Jh. Der obere Teil der Fassade besteht aus 4 übereinander verlaufenden Bogenreihen. An der Spitze der Fassade befindet sich eine Madonna mit Kind von Andrea Pisano. Der Innenraum wird durch Granitsäulen mit korinthischen Kapitellen in 5 Schiffe unterteilt. Das Querschiff ist dreischiffig. Über der Vierung erhebt sich die elliptische Kuppel. Die Kanzel gilt als Meisterwerk von Giovanni Pisano. Sie erhebt sich auf allegorischen Figuren und Säulen, die auf zwei Löwen ruhen. In der Mitte des Hauptschiffes hängt ein Bronzeleuchter aus dem 16. Jh., der Galileo-Leuchter. Der Legende nach Hat hier Galileo das Pendelgesetz entdeckt, als er die Bewegung des Leuchters beobachtete. Die Kapelle des Hl. Ranieri im rechten Querschiff ist leider wegen Restaurierungsarbeiten gesperrt. Nach dem Mittagessen in einem naheliegenden Ristorante besichtigen wir das Museo delle Sinopie. Sinopien sind Vorentwürfe für Fresken, die direkt auf die Wand gezeichnet wurden, da Papier im 14. Jh. noch nicht in so großen Mengen zur Verfügung stand. Sie wurden von den großen Meistern eigenhändig geschaffen, die Fresken selbst wurden später teilweise von deren Schülern ausgeführt. Fresken dieser Sinopien befinden sich im gegenüberliegenden Camposanto, einem mittelalterlichen Friedhof reicher Pisaner, die hier in heiliger Erde, die auf Schiffen aus Golgatha hierher transportiert wurde, bestattet wurden. Durch Brandbomben im 2. Weltkrieg wurden diese Fresken schwer beschädigt und die Sinopien damit entdeckt. In langjährigen Restaurierungsarbeiten wurden die geretteten Fresken wieder angebracht. Über die alte Stadtmauer le Mura di Pisa mit schönem Blick auf den Campo dei Miracoli gehen wir bis zur Bastione delle Parlascio, verlassen die Stadtmauer und gehen zur Piazza dei Cavalieri. Dort befinden sich die Kirche Santo Stefano dei Cavalieri – leider geschlossen -, der Palazzo dei Cavalieri, in der eine Eliteuniversität untergebracht ist und der Palazzo dell’Orologio. Von dort gehen wir weiter Richtung Süden zum Arno und setzen uns auf ein Getränk. Über die Ponte di Mezzo. Gelangen wir zur Logge di Banchi und den Palazzo Gambacorti – dem Rathaus – und weiter zu Kirche Santa Maria della Spina, einem Meisterwerk der Pisaner Gotik aus dem 14. Jh. Im Inneren ist derzeit eine Ausstellung von Pino Piggi zu sehen. Die Ost- und ein Teil der Südfassade ist eingerüstet, aber das filigrane Westportal ist schön zu sehen. Schließlich gehen wir zuerst entlang dem Arno und dann einer eingerüsteten Stadtmauer zurück zum Camper. Nach einer kalten Dusche gibt´s Abendessen im Camper. Danach fahren wir mit den Rädern nochmals zum Campo dei Miracoli, um die Bauwerke auch bei Nacht betrachten zu können.

Samstag, 29. Mai 2026, Pisa – Maserno, 124 km

Andreas plagt das Heimweh und er möchte möglichst schnell nach Hause. Aus diesem Grund und da es heute wieder sehr warm wird, wollen wir keine Stadt besichtigen, sondern den Apennin überqueren. Also fahren wir vorbei an Lucca, dann viele Kurven, entlang dem Fiume Serchio mit der Teufelsbrücke, dem Fiume Lima – wo Rafting-Gruppen unterwegs sind -, entlang einer Schlucht mit einer Hängebrücke, dem Reno, nach Maserno auf 850 m Höhe. Hier auf dem Campingplatz ist es angenehm warm im Schatten. Am Abend grillen wir wieder.

Sonntag, 31. Mai 2026, Maserno – Bassano del Grappa, 242 km

Wir fahren weiter nach Norden, zuerst wieder durch die Berge, dann durch landwirtschaftlich genutztes, relativ flaches Gebiet – das Thermometer zeigt 33°C und wir schalten doch die Klimaanlage ein – nach Bassano del Grappa.
Wir fahren einen kostenlosen großen Parkplatz in Zentrumsnähe an.
Vom Parkplatz sind es nur einige Stufen hinauf zur Altstadt. Nach Besuch des Duomo di Santa Maria in Colle gehen wir über die Piazza Libertà zur Holzbrücke Ponte degli Alpini, die über die Brenta führt. Am Rückweg besuchen wir das Poli Grappa Museum (kostenlos), probieren zwei Kostproben und kaufen wie die meisten dann ein. Gegenüber vom Parkplatz finden wir eine nette Pizzeria, wo wir zu Abend essen.

Montag, 1. Juni 2026, Bassano del Grappa – Ponte nelle Alpi, 88 km

Kurz nach Mitternacht hat es kurz gewittert, geregnet und gehagelt. In der Früh ist es wieder angenehm warm. Nach dem Frühstück verlassen und Susi und Andreas Richtung Heimat. Wir fahren entlang der Prosecco-Weinstraße über Valdobbiadene und entlang der Piave nach Feltre. Hier war letzten Freitag der Start der vorletzten Etappe des Giro d’Italia. Die Altstadt liegt auf einem kleinen Hügel im Zentrum von Feltre und ist auf Grund wegen dem Giro noch mit rosa Schirmen und Schleifen geschmückt. Über die Via Mezzaterra mit schönen Palästen gehen wir zur Piazza Maggiore mit dem Palazzo Pretorio (Wappensaal), dem Teatro de la Sena und weiter um die Burg Alboino. Dann besichtigen wir noch dem Dom am Fuße der Altstadt.
Südlich den Dolomiti Bellunesi mit Blick auf die Schroffen Berge fahren wir nach Belluno, das auf einer exponierten Felsterrasse liegt. Vom Parkplatz gelangt man über drei Rolltreppen direkt zur Piazza Duomo mit dem Dom, dem Palazzo Rettori, dem Torri Civica und dem Palazzo Rosso. Von dort gehen wir entlang der angegebenen Route durch die Altstadt. Schließlich fahren wir noch ein Stück weiter nach Ponte nelle Alpi und parken uns neben einen VW-Bus aus Urugay ein. Über Internet haben wir sie gefunden, es sind Blogger, die ihre 3-jährige Weltreise dokumentieren (pancha la vida)

Dienstag, 2. Juni 2026, Ponte nelle Alpi – Venzone, 127 km

Heute ist Nationalfeiertag: 80° Anniversario delle Festa della Repubblica.
Über den Berggipfeln hängen die Wolken, es hat angenehme 20°C. Entlang den Friulanischen Dolomiten fahren wir nach Osten, durch den 1014 m langen einspurigen, ampelgeregelten Tunnel, über den Passo San Osvaldo und dann durch den 3964 m langen Tunnel nach Spilimbergo. Die Altstadt weist noch immer habsburgischen Charakter mit alten Häusern mit Fresken und Laubengängen auf. Den gotischen Dom Santa Maria Maggiore schmücken Freskenzyklen aus dem 14. Jh. Sehenswert auch die Orgel aus dem 16. Jh. und die Krypta aus romanischer Zeit. Danach fahren wir weiter – wieder einmal – nach Venzone. Hier findet heute ein Flohmarkt statt. Zum Abschluss unseres Italienurlaubs gehen wir dann noch in die Osteria Marcurele Abendessen.

Mittwoch, 3. Juni 2026, VenzoneWien, 447 km

In der Nacht hat es geregnet, die Wolken hängen tief, das Thermometer unter der Motorhaube zeigt 12°C an. Der Tagliamento führt etwas mehr Wasser als sonst. Um 9 h fahren wir bei Tolmezzo auf die Autostrada, gegen 10 h überqueren wir die Grenze. Google Maps und auch eines unserer Navis schlagen die Route übers Murtal vor (kürzer und gleich schnell wie über Graz) und kommen kurz nach 17 Uhr zu Hause an.

Fahrstrecke: 3948,4 km, davon in Sardinien: 1702 km
Durchschnittlicher Verbrauch / 100 km: 10,3 l
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 46 km/h
Fahrzeit: 84:17 Stunden