Südtirol – Verona 2026
Freitag, 28.08.2026, Wien – Schallaburg – Hochgrail, 393 km
Unseren Urlaub beginnen wir mit dem Besuch der Schallaburg – hatten dies heuer leider noch nicht geschafft. Die diesjährige Ausstellung „80er. Grenzen waren gestern“, also die Zeit unserer zwanziger Jahre. Es entstand ein neuer Zeitgeist mit neuen Freiheiten, Popkultur, politischen Spannungen, Krisen und Umbrüchen (Kalter Krieg, Atomangst, Tschernobyl, Aids, technologischer Fortschritt, Fall der Berliner Mauer). Die Ausstellung präsentiert diese Ereignisse recht anschaulich und die Führung war ausgezeichnet. Übrigens ist dieses Jahr die Führung in der Niederösterreichcard inkludiert. Über die A1, A21 und A2 fahren wir dann in die Schilchergegend nach Hochgrail zur Buschenschank Hiden bei St. Stefan ob Stainz, wo wir nach einer köstlichen Brettljause bzw. sauren Platte am dortigen Parkplatz übernachten.




Samstag, 29.08.2026, Hochgrail – Welsberg, 329 km
Von Hochgrail bis Spital an der Drau geht es auf der Autobahn recht flott voran. Bis Liezen auf der Bundesstraße kommen wir auch noch relativ rasch weiter, aber dann bis zur Grenze geht es kaum schneller als mit 70 km/h weiter. So kommen wir erst gegen 14:30 h nach Innichen – doch wir finden keinen Parkplatz. Entweder sind die Parkplätze mit Höhenbegrenzungen versehen oder sie waren für unseren Camper zu klein. So fahren wir weiter nach Sexten. Hier besuchen wir den Friedhof, der für den berühmten „Totentanz“-Freskenzyklus von Rudolf Stolz aus dem Jahr 1924 im runden Eingangsbau bekannt ist. Über eine breite Stiege gelangt man in die Rundkapelle mit dunkler Holzdecke. Siebenmal sieht man auf der hellen Mauer den Tod, der mit den Menschen zum Gottesacker tanzt. Darunter findet man Texte wie „Holde Braut im Myrthenkranz, folge mir zum Hochzeitstanz“, die der Sensenmann einer jungvermählten zuruft (https://www.sagen.at/doku/totentanz/sexten.html).
Von der Rundkapelle gelangt man auf den terrassenförmig angelegten Friedhof und zur Pfarrkirche Petrus und Paulus. Bei den Gräbern in den Mauernischen findet man statt der Grabsteine Wandmalereien. Die Gräber haben hier auch keinen Grabstein, sondern kunstvolle schmiedeisene Kreuze oder Skulpturen. Die modern Auferstehungskapelle stammt aus 2001-2003 (https://www.johanneswatschinger.it/de/project/auferstehungskapelle-friedhof-sexten/).
Wir fahren zurück nach Innichen und parken uns auf einer der Parkbuchten, die wir auf der Fahrt nach Sexten gesehen haben, ein. Entlang einem Bach gehen wir ins Stadtzentrum und besichtigen als erstes die Stiftskirche. Als Mutterkirche des östlichen Pustertales gilt sie als bedeutendster Sakralbau romanischen Stils im Ostalpenraum. Obwohl die Beschreibungen auf deutsch sind, wird die Samstag-Abendmesse auf italienisch gehalten. Anschließend gehen wir zur benachbarten Pfarrkirche St. Michael, deren Inneres mit barocker Scheinmalerei versehen ist. Durch das Stadtzentrum gelangen wir zur Heilig-Grab-Kirche in der Nähe des Bahnhofes. Diese können wir leider nur von außen besichtigen.
Schließlich fahren wir weiter in das nahegelegene Welsberg, auf einen Parkplat zur Übernachtung. Abendessen: Pizza Greco und Pizza Passionata (Gorgonzole, Birnen, Nüsse).
Heute war es mild, wechseln bewölkt und meist trocken. Am Abend ist es angenehm kühl.








Sonntag, 30.08.2026, Welsberg – Bruneck, 62 km
In der Nacht hat es einmal geschüttet, der Morgen ist angenehm kühl und sonnig!
Unseren heutigen Tag beginnen wir mit einem kurzen Abstecher ins Gsiesertal, wo wir Taisten besichtigen. Die Georgskirche mit einem riesigen Christophorus-Fresko und einer Sonnenuhr an der Fassade können wir nur von außen besichtigen. Die Pfarrkirche beeindruckt mit perfekter Illusionsmalerei des Rokoko. Nur der Volksaltar ist äußerst schlicht gestaltet. Die St. Jakobskapelle am Friedhof neben der Kirche zeigt schöne Fresken von Simon von Stegen an der Außenseite. Interessant ist auch eine Friedhofsuhr an der Friedhofsmauer mit zwei Zeitkreisen. Der erste stellt 6 Lebensabschnitte dar: Kindheit, Schule, Jugend, Arbeitsalter, Pension und hohes Alter, symbolisiert durch einen Baum und den Symbolen Schnuller, Schultasche, Hände, Euro, Eule und Gehstock. Der zweite Kreis/Todeskreis stellt 6 Todesursachen dar: Freizeit, Krankheit, Verkehr, Alter, seelisches Leiden und Arbeit. Weiters sehenswert in Taisten ist ein Tabernakel-Bildstock, dessen Bogennischen kunstvoll ausgemalt sind.
Wir fahren weiter in das Antholzertal, bekannt von den Langlauf- und Biathlonbewerben. In Antholz-Niedertal legen wir eine Mittagspause an einem Picknickplatz mit etlichen Tischen mit Bänken und einem überdachten Grillplatz ein. Dieser ist sonntags von den Italienern gut besucht. In Antholz Mittertal findet heut ein Fest zum Almabtrieb statt. Die geschmückten Kühe und Kälber sind schon auf der Dorfweide. Weiter geht es zum Antholzer See, wo wir an diesem stark besuchten Sonntag leider keinen Parkplatz finden. So fahren wir weiter nach Bruneck zum Campingplatz Schießstand und grillen zum Abendessen.









Montag, 31.08.2026, Bruneck – Furkelsattel – Bruneck, 79 km
Heute unternehmen wir eine Wanderung auf den Kronplatz (Kompass Wanderlust Dolomiten: Panoramatour am Kronplatz). Mit dem Camper fahren wir auf den Furkelsattel. Von dort wandern wir zunächst steil bergauf und dann den Panoramaweg Kronplatz. Nach dem Mittagessen besichtigen wir das dort befindliche Messner Mountain Museum (MMM) Corones, eines der 6 MMMs. Das Museum, geplant von Zaha Hadid, ist in den Berg hineingebaut und zeigt die 250 Jahre lang währende Entwicklung des Bergsteigens – eine Hommage an Mut, Leidenschaft und den unendlichen Drang, über Grenzen hinauszuwachsen.
Dann geht´s wieder bergab zum Camper. Insgesamt sind wir bei traumhaften Wetter 11 km und 514 hm bergauf/bergab gewandert. Die Sicht auf die Marmolada war jedoch etwas getrübt. Beim Abendessen zieht dann ein Gewittert auf, es stürmt und regnet.









Dienstag, 01.09.2026, Bruneck
Heute fahren wir mit dem Fahrrad nach Bruneck. Bei der Tourismusinformation holen wir uns Stadtplan und Beschreibung der Sehenswürdigkeiten. Dann geht´s zu Fuß weiter zur Ursulinenkirche (im 15. Jh. im gotischen Stil erbaut), durch das Ursulinentor in die malerisch Stadtgasse, eine Fußgängerzone mit größtenteils mittelalterlichem Charakter mit Erkern und prächtigen alten Fassaden (und natürlich auch zahlreichen Geschäften). Sie führt in einem weiten Halbkreis um den Schlossberg herum und wird am anderen Ende vom Raintor begrenzt. Vorbei am Palais Sternbach und der Pfarrkirche gehen wir den „Graben“ zurück zum Forsterbräu Mittagessen. Gestärkt besichtigen wir die Spitalkirche zum Hl. Geist, eine renovierte Barockkirche, und die schlichte Kapuzinerkirche. Leider hat das MMM Ripa im Schloss Bruneck am Dienstag Ruhetag, wir werden es morgen zu besuchen.









Mittwoch, 02.09.2026, Bruneck – St. Martin in Thurn, 22 km
Heute besichtigen wir also das MMM Ripa im Schloss Bruneck. Mit den Fahrrädern fahren wir bis zum Raintor, stellen dort die Räder ab und gehen dann vorbei an der Rainkirche am Schlossberg hinauf zum Schloss. Das MMM Ripa (das Wort Ripa stammt aus dem Tibetischen und bedeutet Bergmensch; ri = Berg, pa = Mensch bzw. Bewohner) widmet sich den Menschen, die in den Bergen leben – auf allen Kontinenten. Im Zentrum des Museums steht die Frage, wie sich Menschen an extreme Bedingungen im Hochgebirge angepasst haben und welche kulturellen, spirituellen und wirtschaftlichen Formen daraus entstanden sind. Werkzeuge, Kleidung, Musikinstrumente und Wohnräume veranschaulichen den Alltag. Zugleich geben religiöse Gegenstände und Bilder Einblick in spirituelle Welten und eine enge Verbindung zwischen Mensch und Natur. In zwei Videos beschreibt Reinhold Messner seine Reisen zu den verschiedenen Bergvölkern und seine Beziehung zu Tibet. Wir verbringen fast drei Stunden in der Ausstellung. Nach dem Mittagessen im Rienzbräu fahren wir zurück zum Camper und auf unseren Übernachtungsplatz in St. Martin in Thurn.












Donnerstag, 03.09.2026, St. Martin in Thurn – Arabba, 47 km
In der Früh hatte es nur 10°C, auf der Wiese war Tau und auch die Scheiben waren beschlagen!
Heute fahren wir das Campilltal hoch nach Campill/Lungiarü. Gefühlsmäßig sind wir jetzt wirklich in den Dolomiten angekommen. Vom Dorfzentrum unternehmen wir eine gemütliche Wanderung in das Mühlental (Komoot: Morin Dopl Doppelradmühle – Wassermühle im Val di Funes. Runde von St. Martin in Thurn). Zunächst vorbei an Viles, kleinen meist nur aus ein paar Höfen bestehenden Weilern – eine alte ladinische Siedlungsweise – kommen wir zur Gaststätte Lüch da Vanc, wo heute auch ein kleiner Markt stattfindet. Wir versorgen uns mit frischgebackenen Vinschgerln. Wir gehen weiter und kommen nach ein paar 100 m zu einer restaurierten, heute in Betrieb befindlichen Mühle, die wir auch besichtigen können. Wir gehen zurück zum Gasthof und dann den Mühlenweg hinauf über Seres mit einer malerischen Häusergruppe und kommen dann zu einer stillgelegten Doppelradmühle, wo wir eine Mittagspause einlegen. Entlang des Seresbachs gehen wir wieder talwärts und kommen noch an einigen stillgelegten Mühlen vorbei. Der Rundweg endet wieder bei der anfangs besichtigten Mühle. Vorbei an der Kapelle des Hl. Ujöp Freinademetz und entlang einem Kreuzweg in einem Lärchenwald kommen wir zurück zum Camper. Unsere Route: 7 km, 240 m Höhenunterschied. Wir fahren zurück nach St. Martin und das Gadertal weiter über Corvara nach Arabba.












Freitag, 04.09.2026, Arabba – Passo Campolongo – Arabba, 9 km
Von Arabba fahren wir 4,5 km zurück zum Passo Campolongo und wandern bei traumhaftem Wetter zum Boè-See (Komoot: Boè-See – Blick auf die Marmolata. Runde von Campolongopass). Auf dieser Wanderung haben wir einen schönen Blick auf das Sellamassiv mit dem Piz Boè, und die Marmolata. Die Marmolata ist der höchste Berg der Dolomiten mit dem einzigen größeren Gletscher der Dolomiten. In diesem Gebiet verbrachten wir vor etlichen Jahren mehrere Schiurlaube. Beim Boè-See legen wir eine längere Mittagspause ein und beobachten zwei Kletterer in der Wand des Piz Boè. Am Rückweg kehren wir in der Hütte Ütia Planfisti ein. Unsere Wanderung: 7 km, 400 m Höhenunterschied. Dann fahren wir zurück nach Arabba.









Samstag, 05.09.2026, Arabba – Karersee, 44 km
Heute steht die Wanderung zum Karersee am Programm (Komoot: Waldspaziergang zum Karersee über Hängebrücke). Wir verlassen Arabba und fahren die 33 Kehren hinauf zum Pordoi Pass und dann wieder 27 Kehren hinunter nach Canazei. Es ist Wochenende und so sind wahrscheinlich noch mehr Motorrad- und Fahrradfahrer – und natürlich andere Fahrzeuge – als sonst unterwegs. Weiter geht es durch das Val di Fassa auf den Passo Carezza. Gegen 12 Uhr kommen wir am Womo-Stellplatz Karersee an. Zu unserer Linken liegt das Latamar-Gebirge, zur rechten Seite das Rosengarten-Massiv. Wir essen eine Kleinigkeit und nehmen dann die Tour in Angriff. Auf unserer Route, die stellenweise steil bergauf und-ab geht, ist nicht viel los. Doch am Karersee tummeln sich die Menschenmassen, die hier mit Bussen bzw. PKWs ankommen.
Der Wasserspiegel des Karersees ist extremen Schwankungen ausgesetzt. Zur Schneeschmelze ist der See bis zu 17 m tief, im Oktober nur mehr etwa 5 m. Der Fichtenwald um den Karersee und den Latemar ist wegen seiner herausragenden Holzqualität bekannt und macht besonders durch sein „Klangholz“ auf sich aufmerksam. Die günstigen Wuchsbedingungen, optimale Höhenlagen, langsames und regelmäßiges Wachstum, kaum Wind und wenig direkte Sonne ergeben ein gesundes Holz, ideal für den Bau von Instrumenten, vor allem Geigen.
Weiter über eine Seilbrücke kommen wir nach knapp über 3 Stunden, 8,5 km und 295 m Höhenunterschied wieder zum Camper zurück.









Sonntag, 06.09.2026, Karersee – Predazzo, 30 km
In der Früh ist es – wie schon in den letzten Tagen – wieder kühl, aber sobald die Sonne da ist, wird es schön warm. Wir fahren wieder zurück ins Val di Fassa und weiter zu einem Parkplatz neben einem Freibad in Predazzo. Hier fanden im Februar 2026 die olympischen Bewerbe im Schisprung und der Nordischen Kombination statt.
Wir unternehmen eine Wanderung zu einem Wasserfall (Komoot: Cascata del Rio Miola – Cascata delle Pozze, Runde von Predazzo). Nach ca. 1 km kommen wir zum Lokal Agritur Maso Lena und beschließen, dort Mittag zu essen: hausgemachte grüne Tagliatelle mit wunderbar kleinen Eierschwammerln und knusprigem Speck bzw. Spätzle in Oberssauce mit geräuchertem Schinken aus der Region. Danach setzen wir die Wanderung fort, überqueren eine Hängebrücke, danach eine Holzbrücke und erreichen den Wasserfall. Zurück geht es zunächst wieder über die beiden Brücken und dann ein Stück aufwärts und schließlich hinunter ins Tal. Diese Wanderung war diesmal nur 5 km lang, hatte 200 Höhenmeter und verlief großteils im Wald. Den restlichen Nachmittag verbringen wir im benachbarten Bad mit einem erfrischenden Badeteich.






Montag, 07.09.2026, Predazzo – Levico Terme, 68 km
Von Predazzo fahren wir über das Val di Fieme – die schroffen Felsen werden von bewaldeten Steilhängen abgelöst, im Tal wird auch Wein angebaut – nach Levico Terme. Den Parkplatz, den wir anfahren wollten, gibt es nicht mehr, finden aber einen günstigen Stellplatz beim Ristorante Vecchia Fattoria. Von dort umrunden wir den See zu Fuß (Komoot: Ringtour des Levico Sees). Zum Abschluss legen wir am Levico See einen Badestopp ein. Unsere Tour: 10,5 km und 90 Höhenmeter, auf der Südseite des Sees geht es jedoch immer wieder bergauf und -ab. Der See ist relativ warm und somit keine wirkliche Erfrischung. Am Abend genießen wir im Ristorante Vecchia Fattoria ein köstliches Abendessen: Blaubeerenrisotto mit Eierschwammerln; Schweinsfilet mit Gorgonzola-Käse-Fondue und Spinat. Am Abend gewittert und regnet es wieder, aber die Front streift uns nur.



Dienstag, 08.09.2026, Levico Terme – Folgaria, 73 km
Man merkt, dass wir im Tal sind, in der Früh hat es schon 20°C. Wir gehen hinauf in den netten Ort, besichtigen zunächst die Kirche des Hl. Erlösers, gehen weiter zum Torre Belvedere, der leider nur an Samstagen besichtigt werden kann, und über die Fußgängerzone wieder zurück. Danach fahren wir wieder etliche Kehren hinauf nach Vetriolo Terme auf ca. 1500 m Seehöhe. Nach einem Picknick mit Blick auf die Berge gehen wir 1,9 km und 125 Höhenmeter hinauf zur Lupa del Lagorai.
Am Abend des 29. Oktober 2018 traf ein verheerender Orkan das gesamte Berggebiet im NO Italiens und hielt mehrere Tage an. Über 20 Millionen Bäume wurden innerhalb weniger Stunden entwurzelt. Hier ist heute noch die tiefe Wunde zu sehen.
Marco Martaler, Bildhauer und Holzkünstler, tief erschüttert von diesem Ereignis, experimentierte als Bergsteiger und Naturliebhaber mit einer neuen Technik, um dem Holz der gefällten Bäume einen Sinn zu geben und es wiederzubeleben. In Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung von Levico Terme entstand aus mehr als 2000 Teilen von Abfällen und entwurzelten Wurzeln in einer Höhe von 6 m und in 2 Monaten Arbeit die „Lupa del Lagorai“. Das Heulen, das von Vetriolo Terme ausgeht, hallt durch das ganze Valsugana und hat eine klare Bedeutung: Die Natur findet immer einen neuen Weg zum Leben.
Schließlich fahren wir wieder viele Kehren ins Tal – dort hat es 34°C – und dann bei Besonello wieder in die Berge hinauf nach Folgaria – hier hat es auf 1169 m Seehöhe nur mehr 28°C!






Mittwoch, 09.09.2026, Folgaria – Brentino Belluno, 39 km
In der Nacht brach ein heftiges Gewitter mit Hagel herein und auch beim Frühstück begann es noch einmal zu regnen. Wir fahren weiter nach Rovereto, wo Susi und Andreas zu uns stoßen. Mittlerweile hat der Regen aufgehört und wir gehen ins Stadtzentrum: vorbei am MART (Museo di Arte Moderna di Rovereto e Trento, ein modernes Gebäude mit Bibliotheca Communale und dem Museum für zeitgenössische Kunst), dem Teatro Communale Zandonai, zur Piazza Rosmini mit dem Palazzo del Ben. Der Palast mit vielen Rundbögen und Fenstern und Fresken wird leider renoviert. Über die Via Erbe und Piazza Malfatti kommen wir zur Pizzeria il Doge, wo wir ausgezeichnete Pizza Trentina essen. In strömendem Regen gehen wir zurück zum Camper und fahren zu einem einfachen Stellplatz über den Weingärten des Valadige nahe dem Gardasee um 15 €.






Donnerstag, 10.09.2026, Brentino Belluno – Verona, 43 km
In der Nacht hat es wieder heftig geregnet, am Morgen war es wieder trocken, aber stürmisch. Wir fahren weiter nach Verona auf die Area die Sosta Porta Palio. Als wir gegen 12 h ankommen, finden wir noch 2 Stellplätze nebeneinander. Wir gehen in die Stadt und kehren in der urigen Osteria La Vela in einer kleinen Seitengasse ein, in der wir schon vor 9 Jahren waren. Nach den Mittagessen gehen wir zum Castelvecchio, wo es zu regnen beginnt. Der Regen entwickelt sich zu einem heftigen Schauer, sodass die Wassermassen die Straßen und Gehsteige hinunterrinnen und die Kanalisation diese nicht mehr fassen kann. Damit fällt die Stadtbesichtigung heute wortwörtlich ins Wasser. Bei leichterem Regen gegen wir dann kurz vor 20 Uhr zur Arena und kaum zu glauben, der Regen hört auf und wir genießen eine pompöse Aida mit Jonas Kaufmann als Radames.






Freitag, 11.09.2026, Verona
Heute scheint wieder die Sonne und wir können die Stadt bei angenehmem Wetter besichtigen. Über das Castelvecchio gehen wir den Corso Porta Borsari, vorbei an der Chiesa San Giovanni in Foro zur Piazza delle Erbe mit freskengeschmückten Bürgerhäusern, der Fontana Madonna Verona aus 1368, dem Torre die Lamberti, dem Palazzo Maffei und der Colonna di San Marco mit dem Markuslöwen. Weiter zur Arena, wo gerade die Kulissen für Turandot per Kran in die Arena gehievt werden. Die Kulissen der anderen Vorstellungen sind auf der Piazza Bra zu besichtigen. Etwas abseits der Menschenmengen essen wir im Lokal La Torre. Schließlich gehen wir weiter, vorbei an den Kirchen San Fermo, Sant‘ Anastasia und dem Dom – alle kostenpflichtig, doch diese Kirchen hatten wir bereits 2019 besichtigt – gehen wir zur Piazza dei Signori mit dem Dante-Denkmal, dem Skaliger-Palast und dem Palazzo della Ragione. Wir besichtigen noch die angrenzenden Skaligergräber und gehen dann wieder zurück zum Camper. Am Abend fahren wir mit dem Fahrrad zur Arena. Dort steht heute die Turandot am Programm, mit Anna Pirozzi als Turandot und Yusif Eyvazov als Calaf.









Samstag, 12.09.2026, Verona – Arsié, Camping Gajole, 118 km
Wir verlassen Verona und fahren nach Soave. Dort gehen wir zuerst die Viale Alpini hinauf zur Skaligerburg, dann entlang den Weingärten wieder hinunter und dann schlendern wir durch die kleine nette Altstadt. Dann fahren wir weiter nach Montecchio Maggiore mit Romeo und Julia-Burgen und venezianischer Architektur und einem Stellplatz zum Übernachten. Der Stellplatz wirkt aber nicht einladend und von der schönen Stadt nehmen wir auch nichts wahr. Andreas möchte hier nicht bleiben, so suchen wir ein anderes Ziel für heute. Die Wahl fällt auf Marostica. Dort findet aber dieses Wochenende das Schachspiel mit lebenden Figuren statt und der Stellplatz ist voll und allen anderen Parkplätzen sind für diese Event reserviert. Schließlich findet Andreas einen Campingplatz nördlich von Bassano del Grappe und wir fahren weitere 40 km nach Norden in die Berge nach Arsiè zum Campingplatz am Lago di Corlo. Eigentlich wollten wir beide nach Osten in das uns noch unbekannte Treviso fahren, sind aber jetzt in einer Gegend, die wir schon öfter besucht haben.






Sonntag, 13.09.2026, Arsiè, Camping Gajole
In der Früh ist das Tal komplett nebelverhangen, die Sonne kommt aber schon nach 9 h hervor. Den Vormittag entspannen wir uns am Campingplatz. Nach dem Mittagessen unternehmen wir eine 2-stündige Wanderung (8 km; Komoot: Ponte della Vittoria – Corlo-See. Runde von Arsiè). Die Tour führt uns entlang dem See, vorbei an einem schönen alten Bauernhaus und prähistorischen Fossilien. Danach überqueren wir in einer kleinen Runde den See über 2 Brücken – eine davon eine Hängebrücke – und nehmen dann denselben Weg wieder zurück. Abendessen wieder im Lokal des Campingplatzes.






Montag, 14.09.2026, Arsiè, Camping Gajole – Follina, 58 km
Heute scheint schon von der Früh weg die Sonne. Wir verlassen den Campingplatz und fahren nach Feltre mit der Burg von Albino und den vielen Palästen mit prächtig verzierten Fassaden in seinem historischen Zentrum. Dann fahren wir weiter nach Valdobbiadene, den Beginn der Strada del Prosecco e Vini die Colli Conegliano Valdobbiadene (Straße des Prosecco und der Weine, Hügel von Conegliano Valdobbiadene), einer etwa 90 km langen Strecke, die das gesamte Weinbaugebiet des Prosecco Superiore DOCG durchquert. Dieses Gebiet wurde 2019 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen, das die Arbeit der Winzer zur Schaffung einer einzigartigen Umgebung beigetragen hat. In San Pietro di Barbozza unternehmen wir eine kurze Tour durch die Weingärten und kommen auch an den Steinfiguren von Angelo Favero – Künstlername Zoe – vorbei. Die Trauben sind übrigens schon großteils gelesen, aber es kommen immer wieder Traktoren von der Lese entgegen. Wir wollen bei einem Weingut Prosecco verkosten, leider haben sie keinen Platz mehr für unsere zwei Wohnmobile. So fahren wir weiter nach Follina, wo wir übernachten. Hier haben jedoch alle Lokale und Weinverkostungsbetriebe geschlossen. Zum Glück haben wir im Supermarkt in Feltre eine Flasche Valdobbiadene Prosecco Superiore Prosecco DOCG gekauft die wir am Abend genießen.






Dienstag, 15.09.2026, Follina – Conegliano, 50 km
Wir fahren weiter nach Refrontolo. Hier besichtigen wir die Wassermühle Molinetto della Croda, eine 1979 restaurierte Mühle mit Wohnräumen der Müller und ihrer Familie. 1953 wurde die Mühle aufgegeben, da sich der Betrieb nicht mehr rentierte. Dann fahren wir weiter nach Vittorio Veneto mit einer historischen Altstadt. Wir parken beim Friedhof und gehen zu Fuß weiter, vorbei an zahlreichen prächtigen Villen, zum Uhrturm, auf die Piazza Marc’Antonio Flaminio mit dem Palazzo Todesco. Auf dem Rückweg entlang dem Fiume Meschio kommen wir zur Pfarrkirche Sant’Andrea di Bigonzo mit zahlreichen Fresken von hohem künstlerischen Wert.
Schließlich fahren wir weiter auf den Womo-Stellplatz nach Conegliano. Am Abend gehen wir in eine nahe gelegene Pizzeria, wo wir köstliche Pizzen essen.






Mittwoch, 16.09.2026, Conegliano – San Vito al Tagliamento, 55 km
Nach dem Frühstück besichtigen wir Conegliano. Wir fahren mit dem Fahrrad zum Bahnhof und gehen von dort in die Altstadt. Vorbei am Teatro Accademia kommen wir um Dom. Vor dem Zugang zum Inneren der Kirche findet man die Scuola die Battuti mit spitzbogigem Portikus, der von Holzbalken überspannt wird, reich verziert mit Fresken. Sehenswert im Inneren sind das Altarbild der Madonna mit Kind und Engeln zwischen Heiligen von Giambattista Cima da Conegliano, dem berühmten Bürger der Stadt, sowie die beiden restaurierten Fresken des Heiligen Stephanus und des Heiligen Laurentius an den mittleren Säulen. Dann gehen wir hinauf zum Castello. Am Rückweg kommen wir vorbei am Convento di San Francesco aus dem 15. Jh.
Nach dem Mittagessen im Camper trennen wir uns von Susi und Andreas – die Richtung Dolomiten fahren – und fahren nach San Vito al Tagliamento, wo wir ein Hotel für zwei Nächte gebucht haben. Die Stadt macht sofort einen freundlichen Eindruck auf uns. Das Hotel liegt im historischen Zentrum und aus dem Fenster haben wir einen Blick auf dem Glockenturm und das Stadttor. Wir unternehmen gleich einen kurzen Rundgang durch die Altstadt. Im Gebäude der Tourismusinformation befindet sich die Loggia e Antico Teatro G.G. Arrigoni aus dem 17. Jh. Der frühere Ratssaal wurde Ende des 18. Jh. in ein Gesellschaftstheater im Stil der venezianischen Theater umgebaut. Trotz Einstudierung eines neuen Stückes können wir das Theater besichtigen. Am anderen Ende der Piazzale del Popolo befindet sich der Dom mit einem 76 m hohen Glockenturm. Schließlich kommen wir noch zum Oratorium Santa Maria die Battuti mit dem berühmten Freskenzyklus von Pomponio Amalteo aus dem 15. Jh.









Donnerstag, 17.09.2026, San Vito al Tagliamento, 31 km
In der Nacht hat es geschüttet und auch beim Frühstück regnet es wieder. Eigentlich wollten wir zuerst nach Pordenone. Dort findet aber dieses Wochenende die Pordenonelegge statt, ein Lesefestival und wahrscheinlich ist dort viel los. Zweitens wollten wir mit den Rädern die Gegend erkunden, was sich wegen dem Regen erübrigt. Also fahren wir mit dem Camper, zuerst nach Cordovado, eine mittelalterliche Ortschaft. Wir parken uns beim Dom ein und stellen fest, dass dies der Duomo Nuovo di Sant’Andrea Apostolo ist. Die Kirche im romanischen Stil wurde von 1950 bis 1966 erbaut. Wir gehen weiter zur Burg, von der man heute noch den ehemaligen Wassergraben, die Mauern, die Steinbrücken und die beiden Eingangstürme sehen kann. Der Duomo Antico mit Glockenturm ist geschlossen. Der Regen lässt nach und hört dann endgültig auf. Dann fahren wir zum wenige km entfernten Brunnen Fontana die Venchiaredo, den Ippolito Nievo in seinem Roman „Bekenntnisse eines Italieners“ beschrieb. Schließlich fahren wir noch nach Sesto Al Rehena mit dem Benediktinerkloster Santa Maria in Sylvis aus dem 7. Jh. Er wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut – ebenfalls geschlossen. Als wir wieder in San Vito ankommen, scheint die Sonne und wir schlendern nochmals durch den Ort. Nach dem Abendessen gehen wir nochmals auf die Piazza del Popolo um einige Nachtaufnahmen zu machen. Es sind bereits 4 Fotografen mit Stativ vor Ort.












Freitag, 18.09.2026, San Vito al Tagliamento – Wernberg, 157 km
Nach dem Frühstück checken wir aus, besuchen den Freitagsmarkt in der Altstadt und fahren nach Valvasone mit einem historischen Ortskern mit schönen Laubenhäusern aus dem Mittelalter und der Renaissance. Wir gehen zunächst zur Burg, die leider geschlossen ist. Danach gehen wir weiter zum Dom Santissimo Corpo di Christo aus dem 15. Jh. auf der Piazza Liberta. Hier befindet sich die italienweit einzige venezianische Orgel des 16. Jhs., die heute noch bespielt wird. Es wird gerade für ein Orgelkonzert am Wochenende geprobt. So können wir diese Orgel auch hören. Dann gehen wir weiter zur Chiesa die SS. Pietro e Paolo aus dem 13. Jh. im romanischen Stil, die als Hospiz errichtet wurde. Im Inneren befindet sich ein Altarbild, das die „Sacra Visitazione“ von Pietro da Vicenza darstellt, und an den Wänden eine Reihe von Fresken, ebenfalls von Pietro da Vicenza.
Schließlich fahren wir wieder Richtung Heimat und passieren gegen 16 h die Grenze zu Österreich. Wir steuern den Stellplatz beim Gasthaus Fruhmann in Wernberg an, wo bereits 8 Camper stehen. Abendessen im Gasthaus. Der Fruhmann ist eigentlich ausgelastet, alle, die mit uns gleichzeitig kommen, werden in den überdachten und mit Strahlern ausgestatteten Garten gesetzt. Dementsprechend ist der an sich nette Kellner etwas überfordert, noch dazu, da die aufgenommenen Bestellungen für Kalbsnierenbraten, Stelze und geräucherte Forelle, gerade aus sind. Damit gehen auch unsere Getränke unter. Angeblich geht´s hier jeden Abend so zu. Damals zu Mittag wars gemütlicher.






Samstag, 19.09.2026, Wernberg – Wien, 365 km
Ankunft in Wien: 14:45
Fahrstrecke: 2102 km
Durchschnittlicher Verbrauch / 100 km: 10,6 l
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 49 km/h
Fahrzeit: 42:34 Stunden